Fasnachtspredigt 2015   Hans Imboden

 

 

Liebe Brüder, liebe Schwestern

s‘ist als war es erst grad gestern

dass ich auf der Kanzel stand

und mir die rote Nas‘ aufband!

 

Ja, heut‘ ist es nun soweit:

die Predigt in der Fasnachtszeit!

Darüber wohl der eine lacht

Und die dem andern Fieber macht.

 

Von Fieber wurde uns erzählt

Das Petrus‘ Schwiegermutter quält.

Sie liegt im Bett, hat keine Kraft

Ist von der Arbeit ganz geschafft.

 

Ich stell mir vor wie’s für sie war

als Petrus sagte klipp und klar

dass er verlasse Kind und Frau

und sich an Jesus mache schlau.

 

Das war für alle doch ein Schlag

Sogleich begann die grosse Plag

So ohne Vater, ohne Mann

Den Alltag man nur meistern kann

Wenn man ganz stark und mutig ringt

Und Mutter ihre Hilf‘ einbringt.

 

Doch jetzt kommt dieser Schlendrian

Und meldet sich zu Hause an

Zusammen mit zwölf anderen

Sei er vor Ort am Wanderen!

 

Wie das die Schwiegermutter kränkt!

Sie liegt im Krankenbett und denkt

Wie sie dem faulen Jesus dann

So zünftig runterheizen kann.

 

Da kommt er rein. Er sieht sie an.

Mit einem Mal sieht sie den Mann

Der ihrer Tochter Petrus nahm

So ganz mit andern Augen an!

 

Sie spürt die Kraft, die aus ihm strahlt

Und dass er damit niemals prahlt.

Sie nimmt ihn an, bekehrt sich und –

Wird auf der Stelle so gesund,

dass sie von Herzen wieder lacht

und dann dem Herrn ein Essen macht. (Alleluja)

Die Schwiegermutter nun auch spürt

Warum der Petrus hat gekürt

Den Jesus fest zu seinem Rabbi

Wenn er’s nicht tät‘, wär er ein „Lappi“!

Der Fokus ändert sich mitunter

Und mancher spricht nun von ‘nem Wunder.

 

Ein Wunder ist auch schier geschehen

in Bernhardzell: man kann es sehen

da fand man – nicht etwa beim Jassen

nen‘ Gmeindrat, der zu uns tut passen.

 

Der setzt sich ein, der setzt sich aus

Klopft an beinah an jedem Haus

Man trifft ihn an in jeder Beiz

Sein Motto heisst: „Bewegte Schweiz“!

 

Ernst wird‘s im Mai – dann gilt die Wette!

Ja, dann soll unsre Menschenkette

Gebildet aus so manchem Bein

Länger als die von Hauptwil sein!

 

Ich wünsch ihm Glück und gut Gelingen

Und dass wir obenaus tun schwingen.

Denn das tät der Gemeinde gut

Und uns gäb‘s wieder frischen Mut

Für die Projekte, die jetzt anstehn

Und wir in nächster Zeit soll’n angehn.

 

Da wär zuerst die Schule dran

Die kaum mehr unterrichten kann

Weil Räume fehlen, klein und gross

Die eingerichtet sind famos

Und es ermöglichen ihr so

Zu lehren auf höchstem Niveau

 

Nicht nur der Jugend will man frönen:

Die Alten will man auch verwöhnen!

Ein neues Leitbild soll es bringen

Dass die Alten fröhlich singen

Weil es ihnen – ohne Kohl

Halleluja – hier ist wohl! (Alleluja)

 

Wohl soll’s ihnen hier auch sein

Kein Einsatz ist dafür zu klein

Für Millionen baut man drum

Das Wiboradaheim ganz um

Damit es jetzt – es bleibt dabei –

Ein Wohn- und Pflegezentrum sei!

 

 

 

Es ist sehr schön – ja es gefällt!

‘Was Gutes hat man hingestellt!

Doch leuchten müsst‘ es nicht so hell

Man weiss auch so, an welches Stell‘

Es steht! Der Heimweg wird gefunden

Auch auf Bewohners Abendrunden!

 

Das Gmeindshaus hat’s noch nicht erfahren,

sonst würde man doch sicher sparen

Und drum ganz Bernhardzell erfassen:

Die Strassenlampen löschen lassen!

Denn hier hat’s doch genug vom Licht

Drum braucht’s doch diese Lampen nicht!

 

Doch das wär schon zu viel des Guten

Die Bürger nähmen ihre Tuten

Und würden nicht sehr lang sinnieren

Dafür im Gmeindshaus demonstrieren.

 

Doch besser kommt es nicht soweit!

Drum Stiftungsrat: sei doch gescheit

Erstick den Groll bereits im Keim:

lösch ein paar Lampen doch im Heim! (Alleluja)

 

Die Cafeteria ist für alle gut

Sie bringt Begegnung und gibt Mut

Und schenkt auch mal ‘ne schöne Stunde

Durch eine heitre Plauderrunde.

 

Daneben gibt’s der Beizen drei

in Bernhardzell – da ist dabei

wer gerne mal politisch schwatzt

und sonst noch gern am andern kratzt.

 

Wer ab und zu mal eins spendiert

Der sorgt dafür, dass es rentiert

Ihr sollt drum nicht den Rappen spalten

uns so vier Beizen bleib‘n erhalten.

 

Denn das ist schön – ja choge glatt!

Wenn man im Dorf ‘ne Auswahl hat

Vier Restaurants für jeden Gast

Mehr Auswahl als in Waldkirch fast!

 

Das bringt Begegnung, fördert Frieden

Und das ist nötig doch hienieden!

Denn in unsrer schönen Welt

Ist Frieden nicht so gut bestellt.

 

Da wird gekriegt und dort gefoltert

S‘ist niemand da, der auch mal poltert

Und sagt: „Hallo ihr äusserst Bösen,

sollt euch von eurer Bosheit lösen!“

Das Leben könnt‘ doch so schön sein

Wenn Menschen nicht wär’n so gemein

Und andere zu Feinden machen

Statt herzlich mal mit ihnen lachen!

 

Ja, Menschlichkeit will Jesus auch

Viel mehr als jedes Krieges Rauch!

Was da passiert im IS-Lande:

Für unsre Menschheit ist’s ‘ne Schande!

 

So geht man nicht mit Menschen um!

Solch böse Tat, die macht mich stumm!

Und das auch noch im Namen Gottes

Das ist für mich zu viel des Spottes!

 

Nein, kein Gott will solches Gebaren

Das wüssten wir doch schon seit Jahren!

Im andern stets den Menschen seh’n!

Ganz anders würden wir umgeh’n!

 

Das gilt für alle, wie ich meine,

Auch für die in der Ukraine.

In Syrien und anderswo

Uns selber gilt das ebenso:

Wir können nur zusammen leben

Wenn wir einander stets vergeben! (Alleluja)

 

Die Schwiegermutter wundersam

Zur Heilung gleich durch Jesus kam.

Versöhnung heisst das Zauberwort,

Das wirkt doch an so manchem Ort.

Auch Papst Franziskus lässt uns sagen:

Dass jeder soll die Umkehr wagen!

 

Dass wir zu sehr an Pflicht gebunden

Das hat schon Petrus ‘rausgefunden

Drum hat er sich bekehren lassen –

Sonst tät‘ er wohl ganz viel verpassen.

Das gilt für uns genauso – eben!

Auch wir sonst nicht so richtig leben!

 

Ja, es ist wichtig, dass wir nun

Und immer wieder umkehr’n tun

Zu unserm Tiefsten, unserm Ich

Und lassen niemanden im Stich,

Der uns braucht, der auf uns zählt

Und sich durch seinen Alltag quält.

 

Er möchte seine Sehnsucht stillen

Bevor die Angst ihn ganz kann killen

Du kannst ihn lehren zu vertrauen

Sein Leben ganz auf Gott zu bauen.

Dann setz‘ dich ein für Frau und Kind

Und alle, die da schwächer sind.

Nimm Anteil stets an ihren Sorgen,

Dann hab’n sie keine Not mehr morgen!

 

Nimm Jesus dir zum Vorbild mit

Und wag‘ noch heut‘ den ersten Schritt!

Gerechtigkeit soll sein das Ziel

Dann hätten wir erreicht schon viel.

 

Ist dieses Ziel in unsren Köpfen,

Befrei’n wir uns von alten Zöpfen!

Dann können wir ganz ungebunden,

Geniessen viele frohe Stunden.

 

Das wünsch ich euch – das wünsch ich allen

Dann wird das Leben uns gefallen.

Geniesst die Fasnacht – aber richtig –

Denn diese Tage sind sehr wichtig!

 

Die Freiheit, die euch so geschenkt

Hilft, dass ihr eure Sinne lenkt

Allein auf Jesus, unsern Herrn,

Ich glaub‘, der hat uns alle gern.

 

Drum hört auf ihn und folgt ihm nach,

Dann läuft ihr nie ins Ungemach!

Tut alles nur in Gottes Namen,

dann kommt es besser! Glaubt mir! Amen! (Alleluja)